Freitagsrede (2)
• WIRsein • Gefühlt ist es noch Freitag und deshalb ist es kein bisschen zu spät und alles nur einem wirklich fiesen und nachhaltigem Kater geschuldet. Aber da haben wir den Salat auch schon und dazu noch eine angemessen haarsträubende Überleitung.
Eine Bekannte von mir will sich zwei Katzen kaufen. Als ich klein war, hatte ich auch mal einen Kater, er war schwarz, kostenlos und konnte sich ziemlich gut kloppen. Nur leider nicht so gut, wie die Nachbarskatzen, deshalb kam er häufiger zugerichtet nach Hause und eines Tages gar nicht mehr. Das war traurig und das Ende meines Haustierhaltens. Ein bisschen bedaure ich das und kann deshalb gut verstehen, dass man Katzen haben will.
Die Bekannte will nun aber nicht nur normale Katzen, sie will toll verfellte, besonders gezüchtete Haus-Haus-Haus-Katzen. Das sind Katzen, die flauschig sind und nicht durchdrehen, wenn sie aus der Wohnung nicht rauskommen. Es ist schon klug von der Bekannten, denn sie wohnt in Berlin und die Stadt ist zwar toll, aber vermutlich doch nicht so katzenfreundlich, wie das Dorf, indem ich früher gewohnt habe.
Doch es stellen sich ein paar Fragen. Warum muss man Katzen eine Großstadt antun? Ist das ok, wenn sie sich in Wohnungen wohlfühlen, weil dafür gezüchtet? Ist es vertretbar, Wortspiele mit Großstadtdschungel und Haustieren zu machen?
Alle Fragen möchte ich mit Nein beantworten. Das kann an meiner mangelnden Vorstellungskraft oder Unwissenheit liegen. Oder daran, dass ich Tiere sehr mag. Beides schließt sich zwar nicht aus, aber das ist egal – die 500 Euro, die eine solche Katze kostet habe ich eh nicht.
P.S. Der Kater, der mich immer noch verfolgt kann übrigens verschwinden.
P.P.S. Der passt insofern zum Monatsthema, dass es ja auch eine Geschmacksfrage ist, wie und ob man Tiere hat. Die Frage würde ich in den Raum werfen und formuliere: Wie viel Stadt vertragen Hund und Katze? Ist der Mensch böse, der Stadt und Haustier auf einen Nenner bringt? Oder alles eine Frage des Umgangs?
Filed under: freithema | 6 Comments
Tags: Freitagsrade, Freitagsrede, Großstadt, Katzen, Kommentar, Tiere


Name: Friedhelm Weinberg


Wenn das eine reine Hauskatze ist, mag es egal sein, ob sie in einer Wohnung in Berlin oder in der Märkischen Heide wohnt. Aber wenn die Tiere halb draußen, halb drinnen leben, ist letzteres sicher besser.
Als wir in so einer typischen Ostplatte wohnten, hatten wir auch eine Katze. Ich glaub aber, dass die nicht so glücklich war. Wir mussten ständig mit ihr zum Tierarzt, weil sie immer wieder vom Balkon sprang (und ja, auch Katzen können sich bei solchen Aktionen weh tun). Irgendwann ist sie abgehauen.
Da besagte Bekannte seit Ewigkeiten erfahrenen Katzen- und Hundehalterin ist und zuweilen Tiere mehr liebt als Menschen mache ich zumindest mir keine Sorgen um die Tierchen. Die Wohnung ist recht groß, und nen Balkon hat sie auch.
Ich habe mich zwecks Großstadt ja für die Käfigtier-Variante entschieden. Monster sieht glücklich aus, gestern gab’s Blumenkohl.
@wahlberlinerin
Vielleicht sollte man für die neutralen Leser erklären, dass Monster ein Kaninchen ist. Und das gab es also gestern mit Blumenkohl. Lecker!
Das einzige, das hier noch ernsthaft lebt, ist ein Kaktus und zweimal Gingko. Wobei einmal Gingko sich farblich vom anderen abheben will und beschlossen hat, dass gelb das neue grün sei.
berghaus hat einen kaputten gingko…