• FILMseinEinschlägige Musikzeitschriften sagen, dass alle klauen. Und zwar von nur einer Band: Joy Division. Sie waren das, was nach Punk kommen musste: Bass und Synthi. Und sie waren es, die es schafften, das zu machen, ohne das es beschissen klang. Das würde reichen, Joy Division wichtig zu nennen. Doch, Moment: Zur echten Legende gehört auch ein früher Selbstmord nach Verzweiflung und möglichst verzwicktem Liebesleben. Und die Aufbereitung für die Nachwelt. Was bei Kurt Cobain in der Veröffentlichung seiner Tagebücher gipfelte, ist hier, nicht weniger drastisch, ein Kinofilm: Control.

Die gute Wahlberlinerin hat ihn schon vor einiger Zeit verrissen und sie hat nicht ganz Unrecht. Das ganze ist eine Soap, so wie es jedes Rockstar-Biopic ist, weil immer schön die entscheidenden Momente gezeigt werden. Auch wenn er nur 23 Jahre gelebt hat, ist es einfach aberwitzig, das in knapp zwei Stunden fassen zu wollen und haarsträubender wird es immer dann, wenn durch, nach oder in der wichtigen Szene der wichtige Song geschrieben wird, der dann im Anschluss auf dem wichtigen Gig präsentiert wird.

Aber der Film hat auch Stärken. Anton Corbijn hat mit seinem Regiedebüt eben auch gezeigt, dass er nicht nur fotografieren kann. Das Licht, die Bilder und dazu die Musik - selten konnte Konzertatmosphäre so gut in den Kinosaal getragen werden.

Doch mehr ist nicht. Joy Division gewinnt womöglich ein paar neue Fans - gerecht wird ihnen der Film nicht.

Läuft in Dresden in der Schauburg.



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