Ihr so?
05Mär08
• ALLTAGsein • Die BVG streikt; die S-Bahn will nachziehen; Autos stehen im Stau, weil es schneit.
Ich fahr Fahrrad. Und werde nass.
Filed under: Berlin, Reise |
Tags: Berlin, BVG, Stau, Schnee, S-Bahn, Streik


Name: Friedhelm Weinberg


Ich will fliegen. Flughansa nicht. Abwarten.
Ich fahr Auto. Und singe dabei.
Tony und ich haben die S-Bahn-Hölle gestern erlebt. Am Bahnhof Gesundbrunnen standen den gesamten Bahnsteig entlang mind. 5 Reihen Menschen dicht gedrängt hintereinander. Zum Glück war die Ringbahn schon bei der Einfahrt schön voll, sodass nur ca. die Hälfte der wartenden Gäste mitfahren konnte.
Und die GDL-Nazis wollen jetzt gern auf den nicht mehr fahrenden Zug aufspringen und das totale Chaos verursachen. Klar: 11% und eine Arbeitsstunde weniger ist nicht genug. Schließlich will man gern noch verhindern, dass über Gewerkschaftsgrenzen hinweg für die gleiche Arbeit gleiche Konditionen und gleicher Lohn herrscht. Dafür gefärdet man auch gern ein paar Arbeitsplätze. Für mich jedenfalls steht fest: Schell zählt zu den “neuen Asozialen” wie die SPD sagen würde…
Sich zu bewegen, ist wohl das höchste zurzeit. Nächste Woche Berlin wird der Hammer. Mein geschätzter Mit-Praktikant freut sich schon, dass er dann mit dem Auto auf vermutlich völlig freien Straßen fahren darf.
GDL-Nazis? Gehts noch?
Der Streik ist ja nun abgesagt.
Sich für etwas einzusetzen (und sich nicht alles bieten zu lassen) war mal lobenswert aber wenn ich das so lese was der Thomas hier schreibt, muss ich mich fragen was der böse, böse Arbeitnehmer sich dabei denkt, wenn er für seine Rechte kämpft. Pfui, du böser Arbeitnehmer, Pfui! Was denkt sich der (absolut) teuflische GDL - Boss Schell bloß bei seinem Unterfangen, für seine Kollegen bessere Bedingungen herauszuholen? Ich kann das echt nicht verstehen.
Ich billige jeden Streik der für eine gute Sache ist. Und dieser Streik ist, auf jeden Fall, für eine gute Sache. Natürlich ist es für diejenigen ärgerlich die auf die Dienste angewiesen sind, aber dennoch sollte man sich mit ihnen solidarisieren.
Was ich nicht verstehen kann ist, warum (z.B.) die Bahn - Oberen nicht nachgeben, obwohl sie Jahr für Jahr neue und immer grössere Gewinne einfahren.
Gute Arbeiter sind glückliche Arbeiter!
Warum kommt das in den Mega - Konzernen nur nicht an?
Vielleicht, weil sie dann weniger verdienen würden?
Naja, wenn ich gross bin werde ich auch Mega - Konzernmanager!
Haveljung
Naja, das ist dann doch ein bisschen einfach zu sagen, böser Konzernboss, guter Arbeitnehmer, der für seine Rechte kämpft.
Ich kann verstehen, dass die GDL bis zum Schluss auch gegen den Zusatzvertrag gekämpft hat, der ihre Existenz ad absurdum geführt hätte. Aber ich kann auch die Bahn verstehen, die in Zukunft all ihren Beschäftigten die gleichen Lohnsteigerungen und Arbeitszeitsveränderungen geben will.
Der Arbeitskampf der GDL war verständlich, auch wenn er hart war. Aber es wird fraglich sein, ob sie in der Zukunft ihre exponierte Stellung als einflussreiche Berufsgruppen nicht stark ausnutzen werden.
Achja, dass die Bahn Rekordgewinne einfährt liegt darin begründet, dass es noch nicht solange her ist, dass sie noch Verluste schrieb.
Aber das ist ja nun mal scheiß egal, warum die Bahn jetzt Gewinne macht.
Fakt ist, dass sie welche macht und die dann gefälligst auch mal da ankommen sollten, wo die Arbeit auch tatsächlich verrichtet wird. Und das sind nun mal die Leute, die z.B. den Zug fahren, die Tickets kontrollieren oder verkaufen.
Und warum das jetzt zu einfach ist, dass gesagt wird, “böser Konzernboss - guter Arbeitnehmer”, versteh ich nicht so ganz.
Es ist vielleicht nicht ganz richtig, dass so pauschal auszudrücken, aber im Großen und Ganzen stimmt es doch.
Es ging vor allem um das Rekord in Rekordgewinne. Der ist nun nicht verwunderlich, wenn Gewinne nicht auf der Tagesordnung sind. Sonst dürfen Arbeitnehmer natürlich davon profitieren.
Und es ist zu einfach, Böser Konzernboss-Guter Arbeitnehmer zu sagen, genau dann wenn es wie zuletzt nicht darum ging, dass die Arbeitnehmer mehr Geld erhalten (die 11% waren fest und wurden bereits gezahlt), sondern um langfristige Bedingungen des Bahntarifmodells. Mehdorn wollte in Zukunft mit allen Beschäftigten gleichermaßen verhandeln, um gleichmäßige Steigerungen für alle Beschäftigten. Die GDL will weiterhin die Lokführer vertreten, die in diesem Streik gezeigt haben, dass sie sehr viel besser streiken können als es Büroschreibtischverwaltungstäter tun könnten.
Und dann ist Mehdorn nicht der böse Konzernchef, der irgendjemand um seinen Lohn bringen will, er will einfach nur kein Tarifwirrwarr und eine GDL, die wieder 11% fordert.
Dass das für die GDL inakzeptabel ist bei der Vorgeschichte, ist klar und kann ich sehr gut verstehen. Aber Mehdorn ist deshalb kein böser Konzernboss. (Gibt aber andere Anzeichen dafür)
Die pauschale Aussage, die ich da getroffen habe, war mit voller Absicht genauso gewählt.
Die Bahn schreibt nun schon 4 Jahre in Folge Gewinne und es werden immer mehr. Und der Bahnchef Mehdorn muss nun wählen: “Geb ich die Gewinne an die Kunden, Mitarbeiter oder die Aktionäre weiter? Hmmm, ich hab ja selber Aktien von meiner Bahn AG. Was werd ich da wohl tun? Die Kunden freuen sich schon, wenn die Preise im nächsten halben Jahr nicht erhöht werden. Die Jungs und Mädels, da draussen, sollten lieber froh sein das ich noch keine Arbeitsplätze gestrichen habe. Und meine Aktionäre werden böse wenn ich die Gewinne nicht als Dividende auf sie abwälze.”
Ich kann ja verstehen das es nicht einfach ist die Beweggründe aller Beteiligten zu verstehen und nachzuvollziehen, aber das was derzeit dort abläuft ist Schwachsinn.
Dies ist meine Meinung, aber ich lasse mich gern überzeugen.
Och, ich will niemanden überzeugen, nen Bahnchef zu lieben. Aber es ist nunmal so, dass es zuletzt nicht um Geld ging, sondern um Verhandlungsoptionen für die Zukunft. Beim Geld ist die Bahn doch schon sehr lange eingeknickt und hatte die 11% seit Anfang des Jahres sogar schon gezahlt.
Stimmt schon, das Geld ist eine Seite gewesen. Die Arbeitszeit eine andere. Wenn man sich einmal überlegt welcher Verantwortungsbereich bei den Lokführern liegt, wieviel Menschenleben daran hängen, wenn nur ein Zeichen wegen Übermüdung übersehen wird,kann ich verstehen das sie demonstrieren. Denn eine Büroangestellte der Bahn, muss sich nicht verantworten wenn ein Zug entgleist. Deshalb kann ich gut verstehen, warum die Lokführer einen eigenen Tarifvertrag wollen. Auch wenn Herr Mehdorn das wahrscheinlich anders sieht. Ich bin Berufskraftfahrer und behaupte jetzt einmal die Verantwortung zu kennen, die man hat wenn man ein Zeichen übersieht und damit Menschenleben gefährdet. Das kann sehr schnell mehrere hundert Leben kosten.