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• WELTseinEs gibt nur eins, wo man sich in Moskau aufhalten wird, egal wie lange man da ist, ob arm oder reich, Einwohner oder Tourist: Die Metro. Sie ist das einzige wirklich zuverlässige Verkehrsmittel, mit dem man weite Strecken überwinden kann. Und sie ist laut. Geschubse. Gedränge. Gestank. Aber Kult.

Es röhrt wie ein Raketenstart, wenn sie abfährt. Das ist nicht übertrieben, vermutlich ist jeder Moskauer auf dem besten Weg, taub zu werden. Aber das kann man niemanden fragen, denn obwohl man mehr als nur kuschelt, wird nur nach unten geschaut, Interaktion findet nur durch schubsen und drängeln statt. Ein bisschen Misstrauen muss außerdem sein, es wird auch ganz gern geklaut.

Trotzdem ist es einfach beeindruckend, wenn man auf einer Rolltreppe 60 Meter in die Tiefe fährt, was schonmal drei Minuten dauern kann. Wenn man zum umsteigen zwischen zwei Linien fast einen Kilometer unter Tage läuft und dabei die wirklich prachtvollen Stationen bewundern kann. Es scheint so, dass Moskau von außen teilweise wie eine Blockwüste wirken darf, aber von innen nicht: prachtvolle Statuen, Stuck, Blattgold, Kacheln, Marmor – die Metrostationen sind sowas wie der Stolz der Stadt.

Deshalb ist Metrofahren ein Erlebnis, ein praktisches, ätzendes, aber immer wieder staunen machendes Erlebnis.



4 Responses to “Moskauer Orte (1)”  

  1. Ich kenne das aus Erzählungen meiner Eltern, dass das so lange dauert, bis man dort unten ist. Das ist aber eher nebensächlich, denn ich wollte eigentlich sagen, dass das Bild absolut klasse ist.
    Nebenbei: Ich mag U-Bahnen…

  2. Das ist wirklich ein tolles Bild! :)

  3. So ähnlich habe ich das in Lissabon auch vorgefunden.

  4. Also wenn man was für U-Bahnen im allgemeinen übrig hat und für unter der Erde im speziellen, dem kann man Moskau nur ans Herz legen. Da kann man gefühlte Stunden rumbringen, ohne aus dem System auch nur herauszukommen. Billig ist Metrofahren auch noch (ca. 50 Cent eine Fahrt, egal, wohin). Von wegen teuerste Stadt der Welt.


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