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• WELTseinSchon am Flughafen zeigt es sich, dann im Hotel, aber auch auf der Straße, im Laden, fast überall: Wenn man will, kann man überall noch einen Arbeitsplatz generieren. Russen wollen - offensichtlich. Die zusätzlichen Arbeitsplätze werden hauptsächlich durch Verwaltungsaufwand geschaffen, den an sich keiner braucht.

Dann darf man - neben dem Visum - noch einmal ein Stück Papier ausfüllen, auf dem dann steht, wer man ist und wofür man nach Russland fährt (nicht dass das nicht für das Visum gebraucht wurde). Von diesem Zettel gibt es zwei Teile, einen gibt man bei der Einreise hat und den anderen bei der Ausreise. Die Hölle blüht, wenn man den kleinen Schriebsel verliert, dann war man quasi illegal. Wer auch immer diese Zettel auswertet, der hat einen Job, den keiner braucht. Aber es will ja irgendwie ausgewertet werden.

Sympathischer sind dann die Omas, die die Dixieklos hüten, die überall in der Innenstadt stehen. Renten sind in Russland nämlich meistens zu niedrig, um davon leben zu können und Toiletten beaufsichtigen, das kann man auch im hohen Alter. Warum aber die Notdurft nicht in einem Restaurant statt in diesen Provisorien verrichtet wird, das versteht, wer will.

Auch ein Job für Babuschkas ist der Etagendienst im Hotel. Zu nicht nachvollziehbaren Zeiten, das heißt relativ häufig, aber nicht näher eingrenzbar, wartet eine Oma auf der Etage im Hotel, die noch einmal für die Zimmer die Namen benötigt. Nicht dass die Rezeption nicht hätte. Wenn die Babuschkas nicht die Namen aufschreiben, dann stellen sie Fragen oder aber sie lesen eine Zeitung. Was ihre Aufgabe ist, blieb mir leider unersichtlich, aber nett waren sie schon.

Andere Jobs entstehen im Einkaufsladen. Der ist auch in einer Großstadt wie Moskau meistens eher nach Tante Emmas Vorbild organisiert. Es gibt eine Theke und da wird bestellt, wie in Deutschland beim Fleischer nur eben für alle Lebensmittel. Damit das schneller geht, gibt es mehrere Verkäuferinnen mit unterschiedlichen Zuständigkeiten. Aber wehe dem, der bei der Obstfrau Getränke kaufen will. Der bekommt keine Flasche, sondern nur einen wenig freundlichen Hinweis, dass das nicht geht. Durch dieses System dauert es nicht nur länger, nein, es braucht auch mehr Mitarbeiter. Dafür ist es nicht so anonym, wie an einer Aldikasse.



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