• MUSIKsein

Ist das nun eine Ska-, eine Jazz- oder doch eine Salsaband? Aber was zum Teufel machen dann die Techno- und die Heavy-Metal-Einlage? Ja, richtig, sie alle schicken Schubladen an einen besseren Ort, denn im Gogol gestern bei Markscheider Kunst wären sie bestimmt gar nicht richtig gewesen. Dafür schon das Publikum zu vielfältig: Vom Botschaftsmitarbeiter bis zur etwa Achtjährigen, die auf der Bühne mittanzte. Und weil sie das so toll machte, freuten sich alle und ihr wurden einige Lieder gewidmet.

Von selbigen gab es auch viele neue, die nun etwas rockiger waren – um dann doch noch mal in Schubladen zu sprechen. Gefreut hat es alle und auch, dass der Sound im Gogol ganz hervorragend war, was bei einer Band von zehn Menschen ja nicht unbedingt einfach ist.

Und weil das alles so toll war, hat man auch gar nicht über das Wetter in St. Petersburg geredet. Aber damit kann man bestimmt auch nur Deutsche zum Lachen bringen. Man sagt ja, die redeten gern darüber.

Nächsten Freitag wird es eine schwere Entscheidung geben. Im Ikra spielen die allerbesten weißrussischen Bands bei einem Festival weißrussischer Musik, das mir von einem weißrussischen Freund aus Weißrussland empfohlen wurde. Und im Gogol rockt Sweta Kolibaba mit ihrer Band, die halb aus Weißrussland, halb aus St. Petersburg ist. Vielleicht ist die Herkunft aber auch gar nicht wichtig, weil es ja auch nur eine Schublade ist. Aber was soll man zu einem Festival weißrussischer Musik auch sagen? Das ist nun mal nicht aus St. Petersburg. Aber wir sind ja hier in Moskau.

Hab ich schonmal gesagt, dass der mitunter krasse Rassismus hier mich ankotzt? Deshalb ist es manchmal komisch, zu schreiben, auf welches tolle Konzert man geht oder gehen kann. Auch wenn sie wirklich toll sind.





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